Projekt Plate

Vom Windeignungsgebiet zum Energiepark

Im Energiepark Plate soll aus Wind- und Sonnenstrom durch Elektrolyse regenerativer Wasserstoff erzeugt werden. Folgeprodukte wie synthetisches Erdgas, LNG oder Methanol können zur Energieversorgung des Ortes sowie für den Verkehrssektor genutzt werden.

Westlich der Ortschaft Plate will der zuständige Planungsverband ein neues Windeignungsgebiet ausweisen. Wir wollen dieses Areal zusammen mit der Gemeinde zum Energiepark Plate weiter entwickeln, in dem neben Windrädern künftig auch Solaranlagen grünen Strom erzeugen. Zudem sollen Wind- und Sonnenstrom durch Herstellung von Wasserstoff gespeichert und für eine lokale Nutzung verfügbar gemacht werden. Idee ist, eine dezentrale Strom- und Wärmeversorgung für die Ortschaft aufzubauen sowie regenerative Kraftstoffe für den Verkehrssektor zu produzieren.

„Mit der Entwicklung des Windeignungsgebietes zum Energiepark haben wir die Chance, die Energiewende in Mecklenburg mitzugestalten und den Einwohnern die Möglichkeit zu geben, von der Energiegewinnung zu profitieren.“

Ronald Radscheidt, Bürgermeister Plate

Seit Juni 2021 wird an einer Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines Wärme- und Stromversorgungskonzeptes für Plate und zum Aufbau eines Mobilitätsclusters zur Erzeugung regenerativer Kraftstoffe gearbeitet. Für die Studie hat der Projektträger Fördermittel aus der Klimaschutz-Förderrichtlinie des Landes Mecklenburg-Vorpommern beantragt. Zum 1. Juni wurde einem vorzeitigen Maßnahmenbeginn zugestimmt. Im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchung werden nun Möglichkeiten der regionalen Nutzung der vor Ort erzeugten Wind- und Sonnenenergie untersucht.  Ziel ist eine regionale Direktvermarktung der im künftigen Energiepark Plate erzeugten Energieprodukte. 

Unsere Lösung: Die dezentrale Energiefabrik

Lokal erzeugten Strom vor Ort zu nutzen, das gelingt mit dem Konzept der dezentralen Energiefabriken der Lübesse Energie GmbH. Vorteil der Energiefabrik: Auch andere Energiesektoren werden betrachtet. Unsere Energiefabriken sind in der Lage, neben Strom auch Wärme und Kraftstoffe zur Verfügung zu stellen. Dazu wird Sonnen- und Windstrom genutzt, um Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff und durch Methanisierung weiter in synthetisches Erdgas (Methan) umzuwandeln. Dieses grüne Gas ist gut speicherbar und kann bei Bedarf in einem Blockheizkraftwerk wieder rückverstromt werden. Bei den Umwandlungsprozessen fällt Wärme an, die über ein Nahwärmenetz an Verbraucher abgegeben werden kann. Überschüssiges synthetisches Gas kann zur Herstellung regenerativer Kraftstoffe genutzt werden.

Das sind die nächsten Schritte

Aktuell wird die Aufstellung des Bebauungsplanes Energiepark Plate West vorbereitet. Dies ist Voraussetzung für die Nutzung des Gebietes als Energiepark mit erneuerbarer Stromerzeugung und für die Energieumwandlung und Speicherung. Für den Bau des Solarparks innerhalb des geplanten Windeignungsgebietes ist zudem ein so genanntes Zielabweichungsverfahren (ZAV) notwendig, um abweichend von den Zielen der Raumplanung neben Windenergieanlagen auch einen Photovoltaikpark zu errichten. Die Genehmigungsunterlagen zum Bau der benötigten Windenergieanlagen im Energiepark Plate werden parallel dazu vorbereitet. Für die ersten drei Anlagen wird bereits 2021 mit einer Genehmigung gerechnet.

Drei Initiatoren und eine Bewerbung

Initiatoren des Projektes sind die naturwind schwerin GmbH, die EXYTRON GmbH aus Rostock und die VR Bank Nord eG, die gemeinsam bereits in der Nachbargemeinde Lübesse eine solche Power-to-X-Anlage, die aus Grünstrom regenerativen Wasserstoff und synthetisches Methan erzeugt, planen. Im Herbst 2021 soll in Lübesse Baubeginn sein. Dezentrale Wasserstofflösungen wie diese sind gut und sinnvoll, um regional erzeugte Energie vor Ort zu nutzen und die erneuerbaren Energien netz- und systemdienlich in die künftige Energieversorgung zu integrieren.

 

Vor diesem Hintergrund hatten sich die Initiatoren im Februar 2021 auch am Interessensbekundungsverfahren für Wasserstoffprojekte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Verkehr beteiligt. Ziel dieser Bewerbung war es, Fördermittel für die Umsetzung im Rahmen eines sogenannten Wasserstoff-IPCEI zu akquirieren. IPCEI steht für „Important Projects of Common European Interest“. Für solche transnationalen Vorhaben von gemeinsamen europäischen Interesse können umfangreiche staatliche Unterstützungen gewährt werden, mehr als das EU-Recht zulässt. Das Plater Projekt wurde zunächst nicht in die Liste der geförderten Wasserstoffprojekte aufgenommen. Deutschlandweit hatte es mehr als 200 Bewerbungen gegeben. Das Förderprogramm war damit mehrfach überzeichnet.

Auf einen Blick

Die Gemeinde bereitet aktuell einen Bebauungsplan Energiepark Plate West vor.

Im Juni 2021 wurde mit der Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines Energieversorgungskonzeptes für den Energiepark Plate begonnen.

Antragsverfahren zur Förderung einer Machbarkeitsstudie nach Klimaschutzförderrichtlinie MV. Vorzeitiger Maßnahmenbeginn zum 1. Juni 2021 bewilligt.

Interessenbekundungsverfahren zur geplanten Förderung im Bereich Wasserstofftechnologien beim Bundeswirtschaftsministerium. Die Bewerbung wurde zunächst nicht berücksichtigt.

Kontakt

Sie haben Fragen zur geplanten Energiefabrik? Sie wollen weitere Informationen zum aktuellen Projektstand? Wir informieren Sie gern.

Porträt Kim Mueller

Projektpartner

Plate liegt südlich der Landeshauptstadt Schwerin, besteht aus drei Ortsteilen und zählt mehr als 3.000 Einwohner. Die Gemeinde unterstützt die regionale Nutzung der vor Ort erzeugten Energie.

Naturwind projektiert Windparks an Land und plant im Windeigungsgebiet Plate den Bau von bis zu 8 Windenergieanlagen. 

EXYTRON ist ein selbstforschender Systemanbieter von Power-to-Gas- und Power-to-X-Systemen. Zusammen mit naturwind hat EXYTRON das Konzept der dezentralen Energiefabriken entwickelt.

Die Gesellschaft für regionale Teilhabe und Klimaschutz (gtk) begleitet als Partner der naturwind-Gruppe das Projekt in Plate. Die gtk wird u. a. an der Machbarkeitsstudie mitwirken.

Hier sehen Sie bald den Projektaufbau

Fragen & Antworten

Die Einwohner der Gemeinde Plate können preiswert Strom aus dem Energiepark beziehen und werden dank der Speichermöglichkeiten des Energieparks dann autark regional versorgt. Die bei der Wasserstoffelektrolyse und weiteren Umwandlungsprozessen anfallende Wärme soll mittels Nahwärme für Teile des Ortes Plate zur Wärmeversorgung genutzt werden. Mehr dazu können wir aber erst sagen, wenn die Planungen weiter fortgeschritten sind. Wir bitten daher alle Plater, mit einer gegebenenfalls anstehenden Heizungssanierung möglichst noch zu warten. Außerdem sollen sich Einwohner auch finanziell am Energiepark beteiligen können. Ein Beteiligungskonzept dazu wird im Rahmen der Machbarkeitsstudie erarbeitet.

Mit den geplanten Anlagen wird weit mehr Strom produziert als vor Ort benötigt. Um den Energiepark wirtschaftlich zu betreiben, wird der Strom auch umgewandelt und in anderen Energiebereichen vermarktet. Das können zum Beispiel regenerative Kraftstoffe (E-Fuels) für den Nah- und Fernverkehr sein. Zudem soll die Anlage „systemdienlich“ betrieben werden. Das heißt, dass ein Teil der erzeugten grünen Gase gespeichert und rückverstromt wird, um bei Bedarf das Stromnetz zu stabilisieren.

Wasserstoff entsteht bei uns in einem Zwischenschritt. Dieser wird aber sofort in Methan und weiter in LNG umgewandelt. Derzeit gibt es eine größere Nachfrage nach LNG. LNG steht für Liquefied Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas, das insbesondere im Schwerlastverkehr zum Einsatz kommt. Der Bedarf für grünes LNG wächst. Diese Nachfrage wollen wir bedienen. Wasserstoff als Treibstoff zu nutzen, ist technisch anspruchsvoller. Wir werden diese Entwicklung beobachten. Falls Wasserstoff mehr nachgefragt wird, besteht die Möglichkeit, diesen aus dem Prozess zu entnehmen und zu vermarkten.

Die Energiefabrik soll von zwei Windenergieanlagen und einem Solarpark versorgt werden. Diese Anlagen müssen dann außerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betrieben werden, erhalten also keine Einspeisevergütung nach EEG. Natürlich wird der Strom, der vor Ort in Plate benötigt wird, direkt an die Einwohner und Unternehmen weitergeleitet. Der lokal nicht benötigte, „überschüssige“ Strom wird in Gas umgewandelt und so gespeichert. Wenn die Windräder nicht drehen und keine Sonne scheint, wird daraus wieder Strom erzeugt.

Wir erzeugen in der Anlage Methan. Methan hat dieselben Eigenschaften wie Erdgas. Der Umgang damit ist in Deutschland gelernt. Es gibt, wie bei allen Anlagen mit entzündlichen Gasen, Vorschriften und Vorsichtsmaßnahmen, die einzuhalten sind. So gibt es gekennzeichnete Zonen, in denen nur Fachpersonal arbeiten darf. Im normalen Betrieb gibt es keine Gefahren. Die gesamte Anlage wird nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz geplant, gebaut und betrieben. Die Größe des Gaslagers wird im Zuge der Konzeptplanung ermittelt. Sie richtet sich nach dem lokalen Energiebedarf. Es wird nur so viel Gas vor Ort gelagert, dass für den Fall, dass kein Wind weht und keine Sonne scheint, die Gemeinde mit Strom und Wärme versorgt werden kann. Diese so genannten Dunkelflauten gibt es an wenigen Tagen im Jahr. Gas, das nicht als Backup für die lokale Energieversorgung benötigt wird, wird als LNG (verflüssigtes Erdgas) abtransportiert.

Ganz genau lässt sich das heute noch nicht beziffern. Es werden regenerativ produzierte Stoffe (LNG, Sauerstoff) abtransportiert und zum Beispiel Biomasse angeliefert. An einem besonders betriebsamen Tag können das bis zu zehn Lkw am Tag sein, im Schnitt aber weniger.

Anlagen im kleineren Maßstab werden bereits in Wohn- und Hotelkomplexen eingesetzt. Es handelt sich demnach nicht um eine Neuentwicklung, sondern eine Hochskalierung. Wir planen, eine ähnliche Anlage in der Nachbargemeinde Lübesse zu errichten. Das wird sozusagen das Referenzobjekt. In Lübesse sind wir etwa zwei Jahre weiter. Im Herbst 2021 wollen wir mit dem Bau beginnen und 2023 die Anlage in Betrieb nehmen. In Plate planen wir eine Inbetriebnahme 2025. 

Ziel ist es, neben den Initiatoren naturwind und EXYTRON weitere, möglichst regionale Partner für eine gemeinsame Projektgesellschaft zu gewinnen, die dann die Energiefabrik betreibt. Für die Energiefabrik in Plate wird das Betreiberkonzept bis 2022 geklärt.

In das geplante Windeignungsgebiet in der Gemarkung Plate passen nach Abzug der vorgesehenen Flächen für Photovoltaik und für die Energiefabrik maximal acht Windräder. Drei davon sind bereits beantragt und sollen 2021/22 errichtet werden. An der Autobahn A 14 entsteht zudem ein Solarpark.

Die Grenzen des Windeignungsgebietes sind mindestens 1.000 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Die meisten Anlagen stehen in mehr als 1.000 Meter Entfernung. Die drei Anlagen im südlichen Bereich, für die das Genehmigungsverfahren derzeit läuft, sind mit 223 Meter Gesamthöhe geplant. Das sind bereits rund 20 Meter weniger als derzeit technisch möglich. Wir haben auch eine Verpflichtung, die wenigen Flächen für die Windenergie effizient zu nutzen, um Kohlestrom und Atomenergie zu ersetzen. Die Flächen für die Energiefabrik wurden bewusst so platziert, dass die übrigen Windenergieanlagen weiter vom Ort entfernt sind.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die theoretisch mögliche Schattenwurfdauer auf ein Wohnhaus 30 Minuten am Tag und 30 Stunden im Jahr nicht überschreiten darf. Die Simulationen hierzu sind natürlich sehr theoretisch. Es werden ein permanent wolkenfreier Himmel und eine permanent senkrechte Ausrichtung der Windräder zur Sonne angenommen. Werden die Werte in der Simulation überschritten, wird eine Abschalteinrichtung vorgesehen. Das wird auch in Plate der Fall sein. Wenn die Schattenwurfdauer dann tatsächlich überschritten wird, schaltet die Windenergieanlage sich automatisch ab.

Dass Windräder zu einem Wertverlust von Gebäuden im Umkreis führen, ist ein häufig vorgetragenes Argument. Inzwischen gibt es dazu diverse Untersuchungen. Ergebnis: Preisschwankungen lassen sich methodisch nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Vielmehr hängt der Immobilienwert von vielen verschiedenen Einflussfaktoren ab, u.a. von der Lage, der Größe, dem Sanierungsstand und der Erreichbarkeit. Während Makler schätzen, dass es durch Windräder in der Nachbarschaft zu einem Wertverlust in einer Größenordnung von bis zu 30 Prozent kommt, kommen verschiedene regionale Untersuchungen der tatsächlichen Kaufpreise zu dem Ergebnis, dass Immobilien keine oder nur sehr geringe Wertverluste durch Windenergieanlagen erfahren. Mehr Informationen zu Windenergie und Immobilienpreisen in unserer Infothek.

Keine Frage, Infraschall schadet der Gesundheit. Aber auch hier gilt der medizinische Grundsatz: Die Dosis macht das Gift. Denn Windenergieanlagen erzeugen bereits im Nahbereich so niedrige Infraschallemissionen, dass gesundheitliche Auswirkungen nicht zu erwarten sind. Obwohl der Mensch täglich zahlreichen Infraschallquellen ausgesetzt ist, z.B. durch Industrieanlagen, Straßenverkehr und Haushaltsgeräte sowie durch natürliche Infraschallquellen wie das Rauschen von Bäumen im Wind, gelten vor allem Windräder als besonders umstrittene Infraschallquelle. Auch deshalb sind Windenergieanlagen in den Fokus der Wissenschaft geraten. Gesundheitliche Auswirkungen durch den Betrieb von Windenergieanlagen konnten bislang allerdings nicht belegt werden. Denn bereits in wenigen hundert Metern Entfernung zum Windrad liegen die Infraschallpegel unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle. Dennoch wird häufig vor gesundheitlichen Auswirkungen durch Infraschall aus Windenergieanlagen gewarnt. Solche Ängste absichtlich zu schüren, ist gefährlich. Denn Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass negative Informationen über Windräder ungute Erwartungen auslösen und dies tatsächlich Symptome und Beschwerden verursachen kann.

 

Zum Thema Lärm hat der Gesetzgeber Grenzwerte – bei Tag und bei Nacht – festgelegt, die eingehalten werden müssen. Tagsüber wird das Rauschen der Rotoren überwiegend durch andere Alltagsgeräusche, wie Straßenlärm und das Rauschen von Bäumen und Büschen im Wind, überlagert. Nachts sind die Lärmgrenzwerte noch strenger als tagsüber. Können diese nicht eingehalten werden, werden Windräder nachts abgeschaltet. Moderne Windenergieanlagen sind aber längst nicht mehr so laut wie ihre Vorgänger aus den Pionierzeiten der Windenergie.

Die Ortsumgehung für Plate könnte vom Bahnübergang im Norden südlich durch das Windeignungsgebiet, parallel zur Autobahn A 14, bis zum Ortsausgang Plate in Richtung Banzkow führen. Für die Straßenführung können teilweise bereits vorhandene Feldwege genutzt werden, die auch zur Erschließung des Energieparks benötigt werden. In einem nächsten Schritt könnte die Umgehungsstraße an die Autobahn A 14 und weiter an das Gewerbegebiet Schwerin-Süd angeschlossen werden. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim, die Stadt Schwerin und die Straßenbauverwaltung des Landes planen bereits seit Jahren eine zusätzliche Anbindung an die Autobahn A14 in Höhe Plate, genannt Schwerin-Süd. Mangels Finanzierung lag das Projekt jahrelang auf Eis. Nun soll es doch eine Finanzierungsmöglichkeit geben. Die Anschlussstelle Schwerin-Süd könnte südlich von Consrade, etwa in Höhe der Plater Friedrich-Wehmer-Straße gebaut werden.

Bilanziell übers Jahr kann die Gemeinde Plate autark mit Strom versorgt werden. Im Fall eines Blackouts der Energiefabrik kann die Stromversorgung über den Netzbetreiber abgesichert werden. Die Wärmeversorgung wird bei einem Systemausfall zunächst über einen Pufferspeicher weiter gewährleistet. Dauert der Ausfall länger an, sodass der Pufferspeicher nicht ausreicht, können entweder die Blockheizkraftwerke mit vor Ort gespeichertem regenerativem Gas betrieben und so Wärme erzeugt werden. Oder, wenn vor Ort kein Gas mehr vorhanden ist, kann dieses in flüssiger Form (LNG) per Lkw angeliefert werden. Zur Redundanz sind zudem zusätzliche Gas- oder Stromheizungen denkbar.

Die Gemeindevertretung hatte sich in der Vergangenheit tatsächlich gegen einen Windpark auf ihrem Gemeindegebiet ausgesprochen. Da der Ausbau der Windenergie zum Schutz des Klimas von besonderem öffentlichen Interesse ist und keine fachlichen Gründe gegen eine Windenergienutzung in dem Gebiet westlich von Plate sprechen, ist die Ausweisung eines Windeignungsgebietes im aktuell zweiten Entwurf der Regionalen Raumordnung vorgesehen. Die Gemeindevertreter von Plate haben daher mehrheitlich entschieden, einen Bebauungsplan aufzustellen, der den Bau eines Energieparks und somit eine regionale Nutzung der vor Ort erzeugten Windenergie ermöglicht. Gleichzeitig will die Gemeinde so auch ein Stück weit Einfluss auf die Windenergieplanung nehmen, mit dem Ziel, Konflikte mit Anwohnern, soweit es möglich ist, zu reduzieren.

Wir gehen aktuell von bis zu 20 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Gemeinde aus. Die Mitarbeiter können in der Energiezentrale in Lübesse, die zwei Jahre vorher in Betrieb gehen soll, angelernt werden.

Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 150 Mio. Euro. Hohe gesetzliche Umlagen auf den Strom und die aktuellen Technologiekosten machen derzeit noch eine Förderung erforderlich. Durch energierechtliche Anpassungen und Skaleneffekte lassen sich die Kosten künftig reduzieren, um ein Projekt wie dieses auch ohne Förderung durchgehend wirtschaftlich zu gestalten. Ziel von Fördermaßnahmen ist es, besondere gesellschaftliche Herausforderungen, wie sie die Energiewende erfordert, anzugehen.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Wir haben an dieser Stelle bisher an uns gerichtete Fragen veröffentlicht und unsere Antworten dazu. Ihre Frage ist nicht dabei? Dann schreiben Sie uns einfach! Wir antworten gern. 

Interesse geweckt?

Einwohner, die Interesse an einer Versorgung mit Strom und Wärme aus der Energiefabrik haben, können mit unserem Fragebogen eine Interessens­bekundung abgeben. Sie werden dann zu gegebener Zeit kontaktiert und erhalten ein konkretes Angebot.

Windenergieplanung und Umgehungsstraße

Walze rollt über Asphalt
Die Gemeinde Plate will mit einem Bebauungsplan Einfluss auf die Windenergieplanung nehmen und eine regionale Nutzung des Stroms ermöglichen. Ziel ist außerdem, im Zuge der Bauarbeiten für den Energiepark eine Umgehungsstraße für den Ort zu realisieren. 

Westlich von Plate ist im aktuell dritten Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsprogrammes Westmecklenburg ein Windeignungsgebiet ausgewiesen, für das naturwind bereits den Bau und Betrieb von drei Windrädern im südlichen Bereich beantragt hat und 2021 mit einer Genehmigung rechnet. Ziel der Gemeinde Plate ist es, eine regionale Nutzung der vor Ort erzeugten Energie zu ermöglichen und neben Windenergieanlagen auch Flächen für die Verstetigung und Speicherung erneuerbarer Energien zu schaffen. Dazu ist geplant, für die Windenergie möglichst konfliktarme Flächen im Windeignungsgebiet zu nutzen und auf diesen insgesamt maximal acht Windenergieanlagen aufzustellen. Andere Bereiche sollen für den Betrieb eines Solarparks und für die Wasserstoffproduktion genutzt werden. Um dies zu ermöglichen, hat die Gemeinde Plate die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Energiepark Plate West“ beschlossen, in dem Baufenster für die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten (Wind, Photovoltaik und Wasserstoff) festgelegt werden sollen. Die Gemeinde entscheidet also selbst mit, wie der künftige Energiepark aussehen wird.

 

Ziel der Planungen für den Energiepark ist auch, für den Ort Plate eine Umgehungsstraße zu realisieren, um das Dorf von der hohen Verkehrsbelastung zu befreien. Dies ist seit Jahren ein ausdrücklicher Wunsch der Gemeinde. Mehrere tausend Fahrzeuge pro Tag würden so aus dem Ort verschwinden, die Lebens- und Wohnqualität für Anwohner steigen. Die Idee ist, die ohnehin erforderlichen Wege für die Erschließung der Energieanlagen als Verkehrsstraße durch das Windparkgebiet anzulegen und diese Straße nach der Erschließung als Ortsumgehung zu nutzen. Ziel der Gemeinde ist zudem, mit dieser Verkehrsstraße dann auch eine Anbindung an die Autobahn A14 sowie an die Stadt Schwerin zu erreichen. Insbesondere der Süden der Stadt Schwerin mit seinen Gewerbegebieten sei damit für die Menschen aus Plate und der Region besser erreichbar. Von einer weiteren Autobahnauffahrt, so glaubt man in der Gemeinde, werde auch die Stadt Schwerin profitieren.