Fragen und Antworten zur Stromversorgung

Wie viel erneuerbarer Strom wird vor Ort erzeugt?

Durch die Vielzahl erneuerbarer Energieanlagen (Solar und Wind) wird in Lübesse bilanziell gesehen deutlich mehr Strom erzeugt als im Ort benötigt wird. Für das Energieversorgungskonzept soll zu Beginn der Strom von zwei Windkraftanlagen bezogen werden, die 2021 aus der EEG-Vergütung herausfallen. Die Anlagen erzeugen etwa 4,5 GWh grünen Strom pro Jahr. Das reicht aus, um über 1200 Haushalte zu versorgen. Der Strom, der nicht direkt durch interessierte Stromabnehmer vor Ort verbraucht wird, wird in regeneratives Gas umgewandelt und gespeichert. Im Bedarfsfall kann das Gas im BHKW wieder zu Strom und Wärme umgewandelt werden. Somit wird durch die Windenergieanlagen nur so viel Strom in das Netz eingespeist, wie auch tatsächlich regional benötigt wird.

Wird die geplante Anlage den Ort versorgen können?

Ja. Die Anlage ist so berechnet, dass Lübesse in jedem Fall mit Strom und Wärme versorgt werden kann. Selbst, wenn die Anlage vor Ort komplett ausfallen würde, könnte weiterhin Strom aus dem Netz des Grundversorgers bezogen und das Dorf damit versorgt werden. Bei solch einer Absicherung spricht man von Redundanz, die somit sogar größer ist als bei der derzeitigen Versorgungssituation.

Werden neue Stromleitungen verlegt?

Neue Stromleitungen müssen nur zur Power-to-X-Anlage, zum nächstmöglichen Netzanschlusspunkt und zu den Windkraftanlagen gelegt werden. Die Einwohner und die Gewerbebetriebe in Lübesse beziehen ihren Strom weiterhin normal über das vorhandene Netz.

Was wird der Strom kosten?

Aktuell rechnen wir für Haushaltskunden mit einem Grundpreis von rund 170 Euro pro Jahr und einem Arbeitspreis von rund 25 ct/kWh. Zum Vergleich: Beim aktuellen Grundversorger wird ein Grundpreis von 188,16 €/Jahr und ein Arbeitspreis von 28,37 ct/kWh berechnet. Für einen Haushalt mit 2.500 kWh Stromverbrauch pro Jahr ergibt sich somit ein Vorteil von rund 100 € pro Jahr.

Warum wird Strom immer teurer?

Es stimmt, dass viele Kunden für ihren Strom immer mehr zahlen müssen. Das heißt aber nicht, dass der Strom an sich teurer wird. Im Gegenteil: Der sogenannte Börsenstrompreis, zu dem Versorger den Strom im Großhandel einkaufen, sinkt seit Jahren. Es sind die Steuern, Abgaben und Umlagen, die den Strom teuer machen. Beispiel Netzentgelte: Sie machen etwa 20 % des Strompreises aus und steigen seit Jahren, um den Ausbau der Netze zu finanzieren. Dieser Ausbau ist nötig für die Energiewende. Der Ausbau wird aktuell aber nicht auf alle Stromnutzer umgelegt, sondern vor allem auf die vom Ausbau betroffenen Regionen, obwohl alle einen Mehrwert davon haben. Die hohen Investitionen in die Netze sollen sich aber in Zukunft bezahlt machen, wenn die Netze besser funktionieren und damit weniger teure Eingriffe der Netzbetreiber zur Stabilisierung notwendig sind, was aktuell ebenfalls die Strompreise anhebt.

Was ist, wenn kein Wind weht? Ist die Versorgung trotzdem sichergestellt?

Ja, da wir Windstrom in Form von regenerativem Gas speichern. In mehreren BHKW kann damit jederzeit Strom und Wärme produziert werden. Sollte auch kein regeneratives Gas vorhanden sein oder die BHKW ausfallen, kann Strom auch über das Stromnetz des Grundversorgers bezogen werden.

Was muss ich tun, wenn ich Strom vor Ort kaufen möchte?

Wie bei jedem normalen Stromanbieter wird mit der Lübesse Energie ein Versorgungsvertrag geschlossen. Wenn Sie Interesse an einer Stromversorgung durch uns haben, können Sie sich vormerken lassen. Dazu können Sie unseren Fragebogen ausfüllen >> Link

Wer verkauft den Strom? Wer ist Vertragspartner?

Der Vertragspartner wird die Lübesse Energie GmbH sein, oder ein speziell gegründetes Versorgungsunternehmen.

Ab wann kann ich Strom kaufen?

Die Anlage soll nach aktuellem Plan 2022 in Betrieb gehen. Spätestens ab Inbetriebnahme können Sie vollständig regionalen Strom beziehen.