Fragen und Antworten zur
Power-to-X-Anlage

Wo wird die Power-to-X-Anlage stehen?

Bisher ist aufgrund rechtlicher Belange geplant, die Anlage in unmittelbarer Nähe der verfügbaren Windkraftanlagen zu errichten. Aktuell wird alternativ auch ein Standort im Gewerbegebiet geprüft.

Wann wird gebaut?

Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Wie groß wird die Power-to-X-Anlage sein? Wie groß das Gelände?

Die gesamte Anlage wird auf einer Fläche von 2 bis 3 ha errichtet. Es werden voraussichtlich vier Produktionshallen gebaut, die jeweils zirka 20 mal 50 Meter groß sind. Speicher werden im Außenbereich aufgestellt. Hinzu kommen Stellplätze und Wege. Geplant sind auch ein Besucherzentrum und ein Verwaltungsgebäude.

Wie laut wird die Power-to-X-Anlage sein? Kann ich das zu Hause oder in meinem Garten hören?

Die Lärmgrenzwerte für den Standort sind gesetzlich vorgeschrieben und werden natürlich eingehalten. Das ist Voraussetzung für die Genehmigung. Das Wohngebiet ist weit weg von der geplanten Power-to-X-Anlage.

Wie viel Lkw-Verkehr entsteht durch die Power-to-X-Anlage?

Ganz genau lässt sich das noch nicht beziffern. Es werden produzierte Stoffe abtransportiert und z. B. CO2 angeliefert. Nach derzeitigem Planungsstand gehen wir von einem Lkw-Verkehr von rund 10 Lkw pro Woche aus. Wenn es vor Ort eine LNG-Tankstelle geben wird, bleibt der Lkw-Verkehr ebenfalls überschaubar. Wir produzieren pro Tag LNG für ca. 15 Lkw.

Wie gefährlich ist die Anlage? Besteht Explosionsgefahr? Können Gase entweichen?

Die Anlage wird nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) geplant, gebaut und betrieben. In Deutschland sind die Sicherheitsanforderungen an solche Anlagen hoch. Bei allen Anlagen, die mit entzündlichen Gasen arbeiten, gibt es entsprechend gekennzeichnete Zonen, in denen nur Fachpersonal arbeiten darf, das entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhält, um Gefahren zu vermeiden. Im normalen Betrieb gibt es keine Gefahren, es entweichen auch keine Gase.

Wie viel Wasserstoff wird vor Ort gespeichert?

Es ist aktuell nicht geplant, vor Ort Wasserstoff zu speichern. Stattdessen wird der erzeugte Wasserstoff direkt mit Kohlenstoffdioxid angereichert und zu synthetischem Methan (regeneratives Erdgas) umgewandelt.

Woher kommt das CO2, das für die Power-to-X-Anlage benötigt wird?

Das CO2 soll aus einer Biogasanlage kommen und wird mit einem Lkw angeliefert. Ein Teil des CO2 wird auch aus dem Abgas aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW) der Anlage in Lübesse stammen.

Worin besteht der Unterschied zwischen Methan und Erdgas?

Methan ist CH4, das auch den Großteil von Erdgas ausmacht. Im fossilen Erdgas sind jedoch noch einige andere Gase enthalten, die je nach Herkunft unterschiedlich sein können. Dazu gehören u. a. Stickstoff, Ethan, Schwefelwasserstoff, Helium oder Alkane (z. B. Butan oder Propan). Somit ist synthetisches Methan hochwertiger als fossiles Erdgas.

Was ist SNG? Was ist LNG? Was ist CNG?

SNG bedeutet Synthetic Natural Gas und ist synthetisch erzeugtes Erdgas. LNG steht für Liquefied Natural Gas, also verflüssigtes Erdgas, und CNG steht für Compressed Natural Gas und ist komprimiertes Erdgas. Natural Gas kann sowohl reines Methan sein als auch Erdgas. Für CNG wird das Gas in der Regel mit einem Druck von 200 bar im gasförmigen Zustand komprimiert. Bei LNG wird das Gas auf eine Temperatur von minus 162°C heruntergekühlt, sodass es flüssig wird und eine ca. 600-mal höhere Energiedichte als CNG hat. In Lübesse sollen regenerative Gase erzeugt werden, also rSNG und rLNG.

Wird vor Ort eine Gas-/LNG-Tankstelle errichtet? Wie hoch wäre dann das Verkehrsaufkommen?

Es ist aktuell noch nicht geklärt, ob es vor Ort eine LNG-Tankstelle geben wird. Das ist auch abhängig davon, ob ein Spediteur vor Ort bzw. in der Nähe entsprechende Lkw in seiner Flotte hat. Für eine lohnenswerte Tankstelle müssten dann 15 bis 20 Lkw regelmäßig LNG vor Ort tanken. Die vor Ort produzierte Menge LNG reicht aus, um maximal 15 Lkw pro Tag zu betanken.

Wie wird LNG abtransportiert? Ist das gefährlich?

Das LNG wird in Lkw-Tanks abtransportiert. Das Verfahren ist sicher und unbedenklich, da LNG ungiftig und nicht korrosiv ist. Da es jedoch bei -162°C getankt wird, muss der Fahrer beim Tanken Handschuhe und Sicherheitsbrille tragen. Dafür müssen die Fahrer sogar eine extra Schulung bekommen.

Kann ich auch Erdgas für meinen Privat-Pkw vor Ort tanken?

Das ist bisher nicht vorgesehen, da das vor Ort gespeicherte Gas bei Bedarf zur Versorgung der Ortschaft mit Strom und Wärme im BHKW eingesetzt werden soll, wenn z. B. kein Wind weht, oder es wird zu LNG verflüssigt.

Wie viele Arbeitsplätze werden entstehen?

Bisher wird davon ausgegangen, dass im Gewerbegebiet Lübesse dauerhaft zehn neue Arbeitsplätze entstehen. Wenn sich das Konzept gut darstellen und auf weitere Gebiete ausweiten lässt, sind bis zu 20 weitere Arbeitsstellen denkbar.

Stößt die Anlage giftige Abgase aus?

Abgase entstehen nur bei der Verbrennung im BHKW. Da das hier verbrannte Gas synthetisch erzeugt wurde, ist es so rein, dass im Abgas nahezu ausschließlich CO2 enthalten ist. Dieses wiederum wird aufgefangen und wieder als CO2-Quelle für die Methanisierung verwendet, also im Kreis geführt. Das ist die klimafreundliche Besonderheit der ZeroEmissionTechnology der Firma EXYTRON.

Wie ist der Wirkungsgrad/Nutzungsgrad der Power-to-X-Anlage?

Der Wirkungsgrad einer Anlage setzt sich aus den verschiedenen Wirkungsgraden der einzelnen Komponenten zusammen und hängt besonders von der Nutzung der unterschiedlichen Energieformen ab. Die Anlage kann so theoretisch Wirkungsgrade von über 90 % erreichen. Der Nutzungsgrad spiegelt den realen Betrieb ab. In Lübesse ist vorgesehen, die Ortschaft sowohl mit Strom als auch mit (Ab-)Wärme aus dem System zu versorgen. Wenn man alle derzeitig möglichen Nutzer vor Ort vollständig mit Strom und Wärme versorgt, kann ein Nutzungsgrad von über 60 Prozent erreicht werden. Es bestehen noch deutliche Wärmepotenziale, die z. B. für zukünftige Anwendungen, etwa im Gewerbegebiet, zur Verfügung stehen und dadurch den Nutzungsgrad noch weiter erhöhen würden.

Kann man die Anlage künftig besichtigen?

Ja. Es ist geplant, dass man die Anlage vor Ort besichtigen kann. Wir denken über ein Besucherzentrum nach. Aufgrund des Pilotprojektcharakters rechnen wir mit vielen Interessenten aus dem In- und Ausland.

Wem wird die Anlage gehören? Wo werden Steuern bezahlt?

Die Anlage wird einer Investorengruppe gehören, die ein hohes Maß an Regionalität und insbesondere einen nachhaltigen Grundgedanken in ihrer Projektarbeit verfolgen. Die Gesellschafter für die Planungsphase stehen fest. Für die anschließende Umsetzung des Vorhabens werden die Investorenverträge noch ausgearbeitet.
Für die Realisierung des Projektes wurde die Lübesse Energie GmbH gegründet. Zum Projektstart wurde diese in Schwerin angemeldet, um zunächst auf bestehende Strukturen und Räume der Firma naturwind zurückgreifen zu können.