Fragen und Antworten zur Nahwärmeversorgung

Wo kommt die Wärme für den Ort her?

Im Power-to-Gas Prozess entsteht neben regenerativem Gas auch Wärme. Diese Wärme wird mittels Wärmetauscher vom System abgenommen und an ein Nahwärmenetz übergeben. Die Hauptleitungen sollen durch das gesamte Dorf führen, um potenziell jedes Haus an die Wärmeversorgung anbinden zu können.

Wie kommt die Wärme ins Haus? Wie erfolgt der Anschluss an das bestehende Heizungssystem im Haus?

Von der Hauptleitung an der Straße wird ein Abzweig zum Gebäude gelegt. Dazu wird ein schmaler, ca. 1 Meter tiefer Graben ausgehoben, in den dann zwei Leitungen für Vor- und Rücklauf gelegt werden. Über eine Wandbohrung erfolgt der Anschluss ins Gebäude. Wo konkret der Graben verläuft, wo gebohrt wird, wird mit dem Hausbesitzer abgestimmt.Die Schnittstelle zwischen Nahwärmenetz und Heizungsanlage im Haus ist die Wärmeübergabestation. Diese wird in der Nähe des bisherigen Heizkessels montiert, weil hier auch die Leitungen für die Hausinstallation ankommen. Die Wärmeübergabestation bleibt Eigentum der Betreibergesellschaft. Diese ist auch für Wartung und Instandhaltung zuständig. Die Wärmeübergabestation wird an einer Wand montiert. Sie ist ca. 1 Meter breit und 1 Meter hoch.

Was muss ich tun, um einen Wärmeanschluss zu bekommen?

Ähnlich wie bei einem herkömmlichen Vertrag zur Versorgung mit Gas können Sie mit der Lübesse Energie GmbH einen Vertrag für die Lieferung von Wärme abschließen. Für die Planung und Auslegung des Nahwärmenetzes ist eine rechtzeitige Anmeldung für alle von Vorteil, da die baulichen Kosten damit geringer bleiben. Die Vor-Ort-Begehungen zur Nahwärmenetzplanung haben im Frühjahr/Sommer 2020 bereits stattgefunden. Weitere Interessenten können sich melden, eine Anschlussmöglichkeit wird dann trotzdem noch geprüft. Interessenten können unseren Fragebogen zur Anschlussbereitschaft ausfüllen und sich für eine Wärmeversorgung vormerken lassen. >> Zum Fragebogen.

Ab wann kann ich Nahwärme beziehen?

Die Anlage soll nach aktuellem Plan 2022 in Betrieb gehen. Ab Inbetriebnahme können Sie die Wärme beziehen. Falls Sie sich vorher schon sicher sind, dass Sie vor Ort von der Anlage versorgt werden wollen, können Sie bereits jetzt einen Vorvertrag abschließen.

Gehört zur Übergabestation eine Heizungsregelung?

Ja, damit können der vorhandene Heizkreis und die Warmwasserbereitung geregelt werden.

Was kostet der Anschluss? Was muss ich investieren?

Die Kosten für die Verlegung der Wärmeleitung ins Haus und die Installation der Wärmeübergabestation trägt der Betreiber. Der Hauseigentümer übernimmt die Kosten für den Anschluss der Wärmeübergabestation an das eigene Hausnetz, also die Verbindung der Heizungsrohre mit der Wärmeübergabestation (ca. 500 Euro, abhängig von der baulichen Situation).

Können mit Nahwärme alle Heizungsarten (Fußbodenheizung, Wandheizkörper, etc.) betrieben werden?

Ja, es können alle Heizgruppen im Gebäude, die an einen wasserführenden Heizkreis angeschlossen sind, betrieben werden. Es sind keine zusätzlichen Installationen notwendig. Ausgenommen sind natürlich Elektroheizungen. Das Heizwasser aus der Nahwärmeleitung kommt mit ca. 80°C am Haus an. Die Temperaturen werden über einen Mischer entsprechend des Bedarfs angepasst.

Kann auch Warmwasser erzeugt werden?

Trinkwarmwasser kann, wie vorher auch, über eine entsprechende Regelung in einem vorhandenen Trinkwarmwasserspeicher bereitet werden. Ist kein Trinkwarmwasserspeicher vorhanden, oder ist dieser zu alt, oder fest mit der alten Heizung verbaut, die entsorgt werden soll, kann ein neuer Trinkwarmwasserspeicher installiert werden. Kosten je nach Größe: 500 bis 1.000 Euro

Was passiert mit dem alten Heizkessel?

Die alte Heizung wird nicht mehr gebraucht. Sie kann raus, muss aber nicht. Wenn zum Beispiel ein mit dem Kessel zusammenhängender Trinkwarmwasserspeicher noch gut in Schuss ist, kann der alte Kessel stehen bleiben und die integrierte Trinkwarmwasserbereitung weiter genutzt werden. Alte Öl- oder Gastanks können natürlich entsorgt werden.

Können alte Heizkessel weiterverkauft werden?

Es gibt durchaus einen Markt für gebrauchte Kessel, insbesondere wenn die Kessel jünger als 5 Jahre sind. Kessel können über Ebay, Zeitungen oder an Heizungsbauer veräußert werden. Die Möglichkeiten sind von Fall zu Fall unterschiedlich und zu prüfen.

Kann ich mich auch später noch anschließen lassen? 

Es werden zusätzliche Anschlusskapazitäten beim Verlegen des Nahwärmenetzes vorgesehen, sodass sich Unentschlossene auch im Nachhinein noch anschließen lassen können. Aus baulichen Gründen ist die nachträgliche Anschlussquote aber meist begrenzt. Eine grundlegende Interessensbekundung im Vorfeld kann dem Betreiber auch ohne direkten Vorvertrag ein gewisses Bild über die künftige Entwicklung ermöglichen.

Kann ich zusätzlich Wärme über meine Solarthermieanlage oder meine Holzheizung erzeugen?

Wenn eine Solaranlage oder eine Holzheizung vorhanden sind, kann das System integriert werden. Eine neue Holz- oder Solarheizung zu errichten, ist grundsätzlich möglich, aber nicht unbedingt notwendig, da die Nahwärme bereits umweltschonend und effizient erzeugt wird. Bei Vor-Ort-Begehungen, die im Zuge der Entwurfsplanung stattfinden, sollten entsprechende Planungen angegeben werden, um dies bei der Berechnung des Wärmebedarfes zu berücksichtigen.

Wie wird die Wärmemenge erfasst und abgerechnet?

Neben dem Grundpreis zur Deckung der fixen Kosten ist ein verbrauchsabhängiger Arbeitspreis zu zahlen. Dazu wird die verbrauchte Wärmemenge in kWh über einen Wärmemengenzähler erfasst. Zu Beginn wird ein monatlicher Abschlag festgelegt. Der Wärmemengenzähler wird jährlich abgelesen und die verbrauchte Menge mit den Abschlägen verrechnet, ggf. ein neuer Abschlag festgelegt.

Was kostet die Wärme?

Aktuell rechnen wir mit einer Grundgebühr für Haushaltskunden von 148 €/Jahr und einem Arbeitspreis von 6,2 ct/kWh. Das macht für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 20.000 kWh pro Jahr rund 1.400 Euro Heizkosten. Mit einer Gasheizung würden die jährlichen Heizkosten beim aktuellen Grundversorgungstarif bei rund 1.700 Euro liegen. Hinzu kämen noch Kosten für Wartung und Instandhaltung sowie Investitionskosten für eine neue Heizung, wenn die alte irgendwann getauscht werden muss.

Werden mit einem Anschluss an das Nahwärmenetz neue Effizienzanforderungen eingehalten?

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist geregelt, dass mehr als 30 Jahre alte Heizkessel auszutauschen sind. Dies gilt für Mehrfamilienhäuser und selbst genutzte Einfamilienhäuser (Kaufdatum nach dem 1.2.2002). Eine Austauschpflicht gilt auch für Einzelraumöfen oder Festbrennstoffkessel, die die strengeren Emissionsgrenzwerte nach der 1. BImSchV nicht einhalten. Mit einem Anschluss ans Nahwärmenetz erfüllen Eigentümer diese Regelungen. Da die Nahwärme aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, werden auch mögliche künftige Gesetzesverschärfungen für fossile Energien erfüllt.

Wie wird sichergestellt, dass immer genügend Wärme vorhanden ist?

Bei den Umwandlungsprozessen in der Power-to-X-Anlage fällt deutlich mehr Wärme an als vor Ort gebraucht wird. Sollte die Anlage nicht laufen, können die BHKW aus dem gespeicherten Gas Strom und Wärme produzieren. Für eine zusätzliche Sicherheit kann außerdem auch Gas aus dem Erdgasnetz gezogen und in einem Gaskessel verbrannt werden (Redundanz).

Wie viele Hauseigentümer müssen mindestens oder können maximal mitmachen? / Gibt es einen Anschlusszwang?

Einen Anschlusszwang wird es nicht geben. Damit die Nahwärmeversorgung aber energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, wird eine möglichst hohe Anschlussquote benötigt. Als Faustregel gilt ein jährlicher Mindestwärmeabsatz von 500 kWh pro Trassenmeter. Das entspricht etwa 20 Haushalten auf einen Kilometer. Je mehr Haushalte mitmachen, umso wirtschaftlicher die Anlage. Entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit hat auch die Nutzungsdauer. Wärmelieferverträge werden in der Regel über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren geschlossen.

Wie wird die Wärmemenge erfasst und abgerechnet?

Neben dem Grundpreis zur Deckung der fixen Kosten ist ein verbrauchsabhängiger Arbeitspreis zu zahlen. Dazu wird die verbrauchte Wärmemenge in kWh über einen Wärmemengenzähler erfasst. Zu Beginn wird ein monatlicher Abschlag festgelegt. Der Wärmemengenzähler wird jährlich abgelesen und die verbrauchte Menge mit den Abschlägen verrechnet, ggf. ein neuer Abschlag festgelegt.

Werden mit einem Anschluss an das Nahwärmenetz neue Effizienzanforderungen eingehalten?

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist geregelt, dass mehr als 30 Jahre alte Heizkessel auszutauschen sind. Dies gilt für Mehrfamilienhäuser und selbst genutzte Einfamilienhäuser (Kaufdatum nach dem 1.2.2002). Eine Austauschpflicht gilt auch für Einzelraumöfen oder Festbrennstoffkessel, die die strengeren Emissionsgrenzwerte nach der 1. BImSchV nicht einhalten. Mit einem Anschluss ans Nahwärmenetz erfüllen Eigentümer diese Regelungen. Da die Nahwärme aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, werden auch mögliche künftige Gesetzesverschärfungen für fossile Energien erfüllt.

Wie wird das Wärmenetz verlegt, müssen Straßen dafür geöffnet werden?

Für die Verlegung der Rohrleitungen ist ein ca. 1 Meter breiter Graben erforderlich. Dieser Graben wird vorrangig im gepflasterten Gehwegbereich, in Trenn- oder Grünstreifen, oder in Straßenabschnitte verlegt, für die ohnehin eine Sanierung der Teerdecke notwendig ist. In Lübesse müssen aktuell einige Stromkabel für die Straßenbeleuchtung saniert werden. Zum Teil sind diese derzeit gar nicht nutzbar. Hier könnten z. B. Arbeitsschritte zur Sanierung der Kabel und Verlegung von Wärmeleitungen kombiniert werden.

Wem gehört das Nahwärmenetz? Wer betreibt es?

Das Wärmenetz wird der Lübesse Energie GmbH gehören. Es wird aber auch geprüft, ob die Gemeinde Eigentümerin des Wärmenetzes werden kann und will und dadurch an der Wärmeversorgung wirtschaftlich beteiligt werden kann.

Was passiert mit meinem alten Gasanschluss?

Wenn Sie das Gas nicht noch anderweitig, z. B. für einen Herd o. ä., brauchen, dann werden Sie auch keinen Gasanschluss mehr benötigen. Sie können den Gasanschluss abmelden, indem Sie ein Formular zur Stilllegung des Anschlusses ausfüllen. Ein Mitarbeiter des Gasversorgers wird dann den Zähler entfernen und Sie vom Netz trennen.

Was mache ich mich meinem restlichen Heizöl? Wie entsorge ich meinen Öltank?

Es ist ratsam, einen Öltank von einer Fachfirma ausbauen zu lassen. Diese kann den Ölstand messen und die Restmengen abpumpen und entsorgen, die Entgasung und Reinigung des Tankes muss in jedem Fall von einem Fachmann vorgenommen werden (§19 Wasserhaushaltsgesetz). Anschließend folgen die Demontage und Entsorgung des Tanks. Je nach Größe, Aufwand und Baustoff (Kunststoff, Stahl) variieren die Kosten zwischen 500 und 2.000 Euro.