Fragen und Antworten zur Nahwärmeversorgung

Wo kommt die Wärme für den Ort her?

Im Power-to-Gas-Prozess entsteht neben regenerativem Gas auch Wärme. Diese Wärme wird mittels Wärmetauscher vom System abgenommen und an ein Nahwärmenetz übergeben. Die Hauptleitungen führen durch das Gewerbegebiet und weiter ins Dorf. Potenziell kann jedes Haus an die Wärmeversorgung angebunden werden.

Wie kommt die Wärme ins Haus? Wie erfolgt der Anschluss an das bestehende Heizungssystem im Haus?

Von der Hauptleitung an der Straße wird ein Abzweig zum Gebäude gelegt. Dazu wird ein schmaler, ca. 1 Meter tiefer Graben ausgehoben, in den dann zwei Leitungen für Vor- und Rücklauf gelegt werden. Über eine Wandbohrung erfolgt der Anschluss ins Gebäude. Wo konkret der Graben verläuft, wo gebohrt wird, wird mit dem Hausbesitzer abgestimmt. Die Schnittstelle zwischen Nahwärmenetz und Heizungsanlage im Haus ist die Wärmeübergabestation. Diese wird in der Nähe des bisherigen Heizkessels montiert, weil hier auch die Leitungen für die Hausinstallation ankommen. Die Wärmeübergabestation bleibt Eigentum der Betreibergesellschaft. Diese ist auch für Wartung und Instandhaltung zuständig. Die Wärmeübergabestation wird an einer Wand montiert. Sie ist ca. 1 Meter breit und 1 Meter hoch.

Was muss ich tun, um einen Wärmeanschluss zu bekommen?

Ähnlich wie bei einem herkömmlichen Vertrag zur Versorgung mit Gas können Sie mit der Lübesse Energie GmbH einen Vertrag für die Lieferung von Wärme abschließen. Zu Beginn des Jahres 2021 wurden mit den bisherigen Interessenten, bei denen 2020 die Vor-Ort-Begehungen stattfanden, bereits Vorverträge zur Nahwärmeversorgung abgeschlossen. Die Vorverträge sind für die weitere technische und wirtschaftliche Planung erforderlich. Weitere Interessenten können sich aber trotzdem noch melden. Wir werden dann prüfen, ob ein Anschluss möglich ist.

Ab wann kann ich Nahwärme beziehen?

Die Nahwärmeversorgung soll spätestens zum 30. Juni 2023 in Betrieb gehen. Ab Inbetriebnahme können Sie die Wärme beziehen.

Gehört zur Übergabestation eine Heizungsregelung?

Ja, damit können der vorhandene Heizkreis und die Warmwasserbereitung geregelt werden.

Was kostet der Anschluss? Was muss ich investieren?

Die Kosten für die Verlegung der Wärmeleitung ins Haus und die Installation der Wärmeübergabestation trägt der Betreiber. Der Hauseigentümer übernimmt die Kosten für den Anschluss der Wärmeübergabestation an das eigene Hausnetz, also die Verbindung der Heizungsrohre mit der Wärmeübergabestation (ca. 500 Euro, abhängig von der baulichen Situation). Hinzu kommt, wenn nicht bereits vorhanden, noch die Installation eines Pufferspeichers für die Trink-Warmwasserversorgung. Hier ist im Schnitt noch einmal mit rund 500 Euro Investitionskosten zu rechnen.

Können mit Nahwärme alle Heizungsarten (Fußbodenheizung, Wandheizkörper, etc.) betrieben werden?

Ja, es können alle Heizgruppen im Gebäude, die an einen wasserführenden Heizkreis angeschlossen sind, betrieben werden. Es sind keine zusätzlichen Installationen notwendig. Ausgenommen sind natürlich Elektroheizungen. Das Heizwasser aus der Nahwärmeleitung kommt mit ca. 75°C am Haus an. Die Temperaturen werden über einen Mischer entsprechend des Bedarfs angepasst.

Kann auch Warmwasser erzeugt werden?

Trinkwarmwasser kann, wie vorher auch, über eine entsprechende Regelung in einem vorhandenen Trinkwarmwasserspeicher bereitet werden. Ist kein Trinkwarmwasserspeicher vorhanden, oder ist dieser zu alt, oder fest mit der alten Heizung verbaut, die entsorgt werden soll, kann ein neuer Trinkwarmwasserspeicher installiert werden. Kosten je nach Größe: 500 bis 1.000 Euro

Was passiert mit dem alten Heizkessel?

Die alte Heizung wird nicht mehr gebraucht. Sie kann raus, muss aber nicht. Wenn zum Beispiel ein mit dem Kessel zusammenhängender Trinkwarmwasserspeicher noch gut in Schuss ist, kann der alte Kessel stehen bleiben und die integrierte Trinkwarmwasserbereitung weiter genutzt werden. Alte Öl- oder Gastanks können natürlich entsorgt werden.

Können alte Heizkessel weiterverkauft werden?

Es gibt durchaus einen Markt für gebrauchte Kessel, insbesondere wenn die Kessel jünger als 5 Jahre sind. Kessel können über Ebay, Zeitungen oder an Heizungsbauer veräußert werden. Die Möglichkeiten sind von Fall zu Fall unterschiedlich und zu prüfen.

Kann ich mich auch später noch anschließen lassen? 

Es werden zusätzliche Anschlusskapazitäten beim Verlegen des Nahwärmenetzes vorgesehen, sodass sich Unentschlossene auch im Nachhinein noch anschließen lassen können. Aus baulichen Gründen ist die nachträgliche Anschlussquote aber meist begrenzt. Wer sich nachträglich anschließt, muss mit einer zusätzlichen Anschlussgebühr rechnen.

Kann ich zusätzlich Wärme über meine Solarthermieanlage oder meine Holzheizung erzeugen?

Wenn eine Solaranlage oder eine Holzheizung vorhanden sind, kann das System integriert werden. Eine neue Holz- oder Solarheizung zu errichten, ist grundsätzlich möglich, aber nicht unbedingt notwendig, da die Nahwärme bereits umweltschonend und effizient erzeugt wird. Entsprechende Planungen sollten angegeben werden, um dies bei der Berechnung des Wärmebedarfes zu berücksichtigen.

Wie wird die Wärmemenge erfasst und abgerechnet?

Neben dem Grundpreis zur Deckung der fixen Kosten ist ein verbrauchsabhängiger Arbeitspreis zu zahlen. Dazu wird die verbrauchte Wärmemenge in kWh über einen Wärmemengenzähler erfasst. Zu Beginn wird ein monatlicher Abschlag festgelegt. Der Wärmemengenzähler wird jährlich abgelesen und die verbrauchte Menge mit den Abschlägen verrechnet, ggf. ein neuer Abschlag festgelegt.

Was kostet die Wärme?

Mit den Wärme-Vorverträgen haben wir allen Interessenten einen Arbeitspreis von 6,2 ct/kWh angeboten. Der Grundpreis liegt je nach Anschlussleistung und Laufzeit zwischen 150 und 500 Euro jährlich. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 20.000 kWh pro Jahr und bei 20 Jahren Laufzeit macht das rund 1.300 Euro Heizkosten pro Jahr. Mit einer Gasheizung würden die jährlichen Heizkosten bei rund 1.800 Euro liegen (Kosten für Wartung, Instandhaltung etc. mit inbegriffen).

Werden mit einem Anschluss an das Nahwärmenetz neue Effizienzanforderungen eingehalten?

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist geregelt, dass mehr als 30 Jahre alte Heizkessel auszutauschen sind. Dies gilt für Mehrfamilienhäuser und selbst genutzte Einfamilienhäuser (Kaufdatum nach dem 1.2.2002). Eine Austauschpflicht gilt auch für Einzelraumöfen oder Festbrennstoffkessel, die die strengeren Emissionsgrenzwerte nach der 1. BImSchV nicht einhalten. Mit einem Anschluss ans Nahwärmenetz erfüllen Eigentümer diese Regelungen. Da die Nahwärme aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, werden auch mögliche künftige Gesetzesverschärfungen für fossile Energien erfüllt.

Wie wird sichergestellt, dass immer genügend Wärme vorhanden ist?

Bei den Umwandlungsprozessen in der Power-to-X-Anlage fällt deutlich mehr Wärme an als vor Ort gebraucht wird. Sollte die Anlage nicht laufen, können die drei Blockheizkraftwerke aus dem vor gewonnenen und gespeicherten regenerativen Gas Strom und Wärme produzieren. Des Weiteren wird es drei Redundanz-Gaskessel geben, die ebenfalls Wärme aus Gas erzeugen. Sollte aus der Power-to-X-Anlage kein Gas vorhanden sein, kann notfalls per Lkw LNG (liquified natural gas) angeliefert und verfeuert werden.

Wie viele Hauseigentümer müssen mindestens oder können maximal mitmachen? / Gibt es einen Anschlusszwang?

Einen Anschlusszwang wird es nicht geben. Damit die Nahwärmeversorgung energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, wird eine möglichst hohe Anschlussquote benötigt. In Lübesse ist das Interesse so groß, dass dieses Projekt ökonomisch und ökologisch sinnvoll umgesetzt werden kann.

Wie wird die Wärmemenge erfasst und abgerechnet?

Neben dem Grundpreis zur Deckung der fixen Kosten ist ein verbrauchsabhängiger Arbeitspreis zu zahlen. Dazu wird die verbrauchte Wärmemenge in kWh über einen Wärmemengenzähler erfasst. Zu Beginn wird ein monatlicher Abschlag festgelegt. Der Wärmemengenzähler wird jährlich abgelesen und die verbrauchte Menge mit den Abschlägen verrechnet, ggf. ein neuer Abschlag festgelegt.

Werden mit einem Anschluss an das Nahwärmenetz neue Effizienzanforderungen eingehalten?

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist geregelt, dass mehr als 30 Jahre alte Heizkessel auszutauschen sind. Dies gilt für Mehrfamilienhäuser und selbst genutzte Einfamilienhäuser (Kaufdatum nach dem 1.2.2002). Eine Austauschpflicht gilt auch für Einzelraumöfen oder Festbrennstoffkessel, die die strengeren Emissionsgrenzwerte nach der 1. BImSchV nicht einhalten. Mit einem Anschluss ans Nahwärmenetz erfüllen Eigentümer diese Regelungen. Da die Nahwärme aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, werden auch mögliche künftige Gesetzesverschärfungen für fossile Energien erfüllt.

Wie wird das Wärmenetz verlegt, müssen Straßen dafür geöffnet werden?

Für die Verlegung der Rohrleitungen ist ein ca. 1 Meter breiter Graben erforderlich. Dieser Graben wird vorrangig im gepflasterten Gehwegbereich, in Trenn- oder Grünstreifen, oder in Straßenabschnitte verlegt, für die ohnehin eine Sanierung der Teerdecke notwendig ist. Zudem setzen wir auf die Verlegung von Kunststoffrohren. Dies hat den Vorteil, dass die Nahwärmeleitung ohne komplette Öffnung des Straßenkörpers verlegt werden kann.

Wem gehört das Nahwärmenetz? Wer betreibt es?

Das Wärmenetz wird der Lübesse Energie GmbH gehören oder einer noch von ihr zu gründenden Betreibergesellschaft. Dies kann eventuell aus wirtschaftlichen oder rechtlichen Gründen notwendig sein.

Was passiert mit meinem alten Gasanschluss?

Wenn Sie das Gas nicht noch anderweitig, z. B. für einen Herd o. ä., brauchen, dann werden Sie auch keinen Gasanschluss mehr benötigen. Sie können den Gasanschluss abmelden, indem Sie ein Formular zur Stilllegung des Anschlusses ausfüllen. Ein Mitarbeiter des Gasversorgers wird dann den Zähler entfernen und Sie vom Netz trennen.

Was mache ich mich meinem restlichen Heizöl? Wie entsorge ich meinen Öltank?

Es ist ratsam, einen Öltank von einer Fachfirma ausbauen zu lassen. Diese kann den Ölstand messen und die Restmengen abpumpen und entsorgen, die Entgasung und Reinigung des Tankes muss in jedem Fall von einem Fachmann vorgenommen werden (§19 Wasserhaushaltsgesetz). Anschließend folgen die Demontage und Entsorgung des Tanks. Je nach Größe, Aufwand und Baustoff (Kunststoff, Stahl) variieren die Kosten zwischen 500 und 2.000 Euro.

Was passiert bei einem Betreiberwechsel? Was, wenn der Betreiber in Insolvenz geht?

Bei einem Wechsel des Betreibers gehen sämtliche Wärmelieferverträge auf den neuen Betreiber über, die Lieferbedingungen und Preise bleiben. Dass ein Energieanbieter in Insolvenz geht, ist in der Vergangenheit, auch bei Strom- oder Gasanbietern, schon passiert. Das heißt aber nicht, dass damit automatisch die Energielieferung endet. Ein Insolvenzverwalter kümmert sich um die weitere Belieferung und wird versuchen, die Betreibergesellschaft oder auch einzelne Unternehmensteile zu veräußern. Da ein Wärmenetz eine langfristige und auch teure Investition ist, das Jahrzehnte betrieben werden kann, wird es dafür auch Interessenten geben. Der neue Betreiber könnte dann, wenn es zum Beispiel keine Wärme mehr aus der Elektrolyseanlage gibt, eine andere Heizung errichten, die das Wärmenetz speist. Der Aufwand für eine neue Heizung ist, verglichen mit dem Verlegen eines Wärmenetzes, gering.

Kann ich mich auch finanziell an der Wärmeversorgung beteiligen?

Eine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit für Anwohner oder auch die Kommune ist nicht geplant. Die Finanzierung des Wärmenetzes erfolgt über Fördermittel und Kredite. Ein Wärmenetz ist eine derart langfristige Investition, über mehr als 20 Jahre, dass es für Privatanleger eher unattraktiv ist. Hohe Renditen für Privatanleger würden zudem zulasten des Wärmepreises für alle Wärmekunden gehen.

Wie wird sich der Preis für die Nahwärme in Zukunft entwickeln?

Es kann heute niemand mit Sicherheit sagen, wie sich die Preise für Öl, Gas, Holz oder auch Fernwärme in den nächsten Jahren entwickeln, vor allem nicht über einen so langen Zeitraum – 10 bzw. 20 Jahre – wie bei Wärmeverträgen üblich. Darum gibt es eine Preisanpassungsklausel. Dazu werden statistische Indizes herangezogen. Das schützt den Wärmekunden vor willkürlichen Preisanpassungen, vielmehr erhält er so immer einen marktgerechten Preis.

 

Am 12. März 2021 haben wir alle Wärmeinteressenten zu einer Online-Informationsveranstaltung zur Nahwärmeversorgung und zu den angebotenen Wärme-Vorverträgen eingeladen. Unter folgendem Youtube-Link können Sie sich die Vorträge noch einmal anschauen.